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Tipps zum Überwintern

Gefühlt vorgestern wähnte ich die letzte Fahrt im MG gemacht zu haben, doch der Benzinpreis der Tankquittung im Seitenfach verrät es: Super für 1,25? Das ist echt lange her, das stammt aus der Zeit, als Bankmanager nach Jahresprämien bekamen.

Die Überwinterungshinweise für unsere vierrädrigen Lieblinge stets im Kopf, habe ich aber bei der letzten Fahrt richtig gehandelt: Tank leerfahren ist mittlerweile angesagt vorm Überwintern - solchermaßen spritpreismäßig ungehedged in den Winterschlaf hat am Ende sogar Geld gespart, das kann ich jetzt super in Autopflege anlegen!

Galt früher der volle Tank als Schutz vor Rost, ist mittlerweile der entgegengesetzte Rat empfehlenswert - das Fahrzeug ist leer abzustellen, so vermeidet man, dass die aggressiven Additive sich durch Blech nagen. Perfekt vorbereitet für die Hibernation ist der kleine Kerl aber noch nicht. Wir alle wissen, Autos kann man nicht wie Menschen behandeln, Autos brauchen Liebe.

Also das volle Programm: Vorsichtig ein wenig Treibstoff aus dem Reservekanister eingeflößt (heute frisch aufgefüllt in der "blauen Lagune" in der Nachbarschaft - nur noch 1,14/Liter sind aufgerufen, nicht vergessen, Weber-Vergaser mit Beschleunigerpumpen auf den Wunschzettel zu schreiben), gestartet, und Richtung multikultureller Waschplatz gerollt. Dabei wird ein schöner Umweg über die "Hausstrecke" gewählt, um alles gut warm zu fahren! Dann einen Ölwechsel und einen Abschmierdienst und gegebenenfalls wäre der turnusmäßige Hydraulikflüssigkeitstausch durchzuführen (so ca. alle 3 Jahre), und anschließend sorgt eine gründliche Wäsche für Wohlfühlklima beim motorisierten Kumpel.

Eine Scheibenwaschanlage wird beim MGA mangels Anwesenheit nicht überprüft - den Frostschutz kann man sich hier also sparen. Das Kühlwasser wird jeodch gecheckt: Ist genügend Frostschutz drin? Auch in der Garage kann es frieren! Die paar Gummidichtungen am Klassikmobil sind schnell mit Glycerin eingerieben, das hält sie geschmeidig. Leder erhält eine Einreibung mit handelsüblichen Pflegemitteln.

Jetzt gehts ins Winterquartier. Hier ist umsichtige Auswahl angesagt. Richtige Durchlüftung und trockenes Klima sind eine gute Bank - Verzeihung, das B-Wort - eine gute Wahl, wollte ich sagen. Eine Plane ist in der Regel keine schlechte Idee, die muss aber vor allem innen sehr ordentlich verarbeitet sein, wie schnell hat man sonst Kratzer in den Lack gezogen! Staub wirkt jedoch auch konservierend, die Belüftung des Fahrzeugs ist nicht behindert und der graue Überzug ist im Frühjahr rasch abgewaschen.

Gerne nehme ich die Zündkerzen heraus und gebe einen Spritzer Öl in jedes Kerzenloch. Ein, zwei mal an der Anlasserkurbel drehen verschafft ein tiefes Gefühl der Befriedigung, nun fast alles getan zu haben.

Die Restarbeiten: Ein um 0,5 bar erhöhter Luftdruck in den Reifen ist fein und beugt Standplatten vor, sehr Besorgte bocken die Fuhre auf. Hätte ich einen MGC in der Sammlung, würde ich das Auto wohl auf jeden Fall vorne hochstellen, denn Drehstabfedern überwintern lieber unbelastet. Die nicht auf Racer umgerüsteten MGs freuen sich über säurefreies Fett auf Chromteilen. Limousinen oder geschlossen aufbewahrte Roadster finden Silikatpäckchen im Innenraum angenehm, das bindet Feuchtigkeit und beugt Schimmel vor. Diese Päckchen aber bitte alle paar Monate austauschen und trocknen, sonst hilft es am Ende nicht.

Die Batterie kann wahlweise per Batteriejogger bei Laune gehalten werden oder ca. alle 6-8 Wochen ausgebaut und nachgeladen werden - wenn man sie nicht direkt mit nach Hause nimmt. Achtung: Wer einen Hybrid fährt (altes Auto, modernes Radio), denke an so Nebensächlichkeiten wie Codenummern. Erst Radiocode memorieren, dann Batterie abklemmen!

Nun kann die Winterpause kommen. Heiligabend geht es auf jeden Fall in die Garage, bestimmt gibt es oktagonale Weihnachtsgeschenke, die will der MG ja ebenfalls sehen. Und dann kann nach dem Rechten geschaut werden. Und dann gehts ja bald wieder los ... in ein schönes, kurvenreiches MG-Jahr 2009 mit einem prallgefüllten MG-Car-Club-Terminkalender!

Als hätte man es selbst gemacht (Bilder: Andreas Pichler):